Hon-Prof. Dr. Walter Brugger

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Verzugszinsen

 

Unternehmer als Schuldner:

Zeitraum Verzugszinssatz pro Jahr zwischen Unternehmern
bis einschl 31.7.2002   5,00 %
1.8.2002-31.12.2002 10,75 %
1.1.2003-30.6.2003 10,20 %
1.7.2003-31.12.2003   9,47 %
1.1.2004-31.12.2004   9,47 %
1.1.2005-30.6.2005   9,47 %
1.7.2005-31.12.2005   9,47 %
1.1.2006-30.6.2006   9,47 %
1.7.2006-31.12.2006   9,97 %
1.1.2007-30.6.2007 10,67 %
1.7.2007-31.12.2007 11,19 %
1.1.2008-30.6.2008 11,19 %
1.7.2008-31.12.2008 11,19 %
1.1.2009-30.6.2009   9,88 %
1.7.2009-31.12.2009   8,38 %
1.1.2010-30.6.2010   8,38 %
1.7.2010-31.12.2010   8,38 %
1.1.2011-30.6.2011   8,38 %
1.7.2011-31.12.2011   8,38 %
1.1.2012-30.6.2012   8,38 %

(Alle Angaben ohne Gewähr.)
Der selbe Zinssatz gilt bei Forderungen aus einem Arbeitsverhältnis (außer die Zahlungsverzögerung beruht auf einer vertretbaren Rechtsansicht des Schuldners; diesfalls gelten die Zinssätze wie bei privaten Schuldnern, siehe unten).

 

Private Schuldner:

Allgemeines zum Basiszinssatz:

Das 1. Euro-Justiz-Begleitgesetz (BGBl. I Nr. 125/1998) sieht ab 1. Jänner 1999 den Ersatz des Diskontsatzes der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) durch den Basiszinssatz vor, soweit der Diskontsatz in Bundesgesetzen, Verordnungen oder Vereinbarungen Verwendung findet.
Grundlage zur Feststellung von Veränderungen des Basiszinssatzes ist der Zinssatz für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte, wobei erst dessen kumulierte Veränderung um 0,5 Prozentpunkte eine Veränderung des Basiszinssatzes auslöst. Der Basiszinssatz verändert sich regelmäßig in jenem Ausmaß, in dem sich der von der Europäischen Zentralbank (EZB) festgelegte Zinssatz für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte um insgesamt mindestens 0,5 Prozentpunkte erhöht oder vermindert hat. Änderungen des Basiszinssatzes werden von der OeNB im Amtsblatt zur Wiener Zeitung verlautbart.

Mit 1. August 2002 ist in Österreich das Zinsenrechts-Änderungsgesetz in Kraft getreten, das der Umsetzung der am 29. Juni 2000 verabschiedeten Richtlinie 2000/35/EG zur Bekämpfung des Zahlungsverzuges im Geschäftsverkehr (im Folgenden Zahlungsverzugsrichtlinie) dient. Das Zinsenrechts-Änderungsgesetz sieht als Bezugsgröße für die gesetzlichen Zinsen bei Verzug im Geschäftsverkehr nicht den Zinssatz der Hauptrefinanzierungsgeschäfte, sondern den Basiszinssatz vor.

Die Zahlungsverzugsrichtlinie will einerseits die übermäßig langen Zahlungsfristen und den Zahlungsverzug, der den Unternehmen schwere Verwaltungs- und Zahlungslasten verursacht, verringern und andererseits die Unterschiede zwischen den Zahlungsbestimmungen und -praktiken in den einzelnen Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaft, die das reibungslose Funktionieren des Binnenmarktes beeinträchtigen, beseitigen.